Angehörige

Sowohl für Partner, Familie, Freunde und Kollegen als auch für die von der Krankheit betroffenen Person, bedeutet eine psychische Erkrankung eine tief greifende Veränderung in der Beziehung. In den meisten Fällen stellen zuerst die Angehörigen die Veränderungen des gewohnten Verhaltens fest. Das verunsichert, der Umgang mit Gefühlen wird schwierig, Ohnmacht kommt auf. In solchen Situationen sind die Angehörigen oft überfordert, Schuldgefühle über das eigene Verhalten oder gar Ärger über die erkrankte Person können sich entwickeln. Hält die depressive Phase länger an, stellen sich Überlastung und Erschöpfung ein. Nachfolgende Anregungen können die Situation entspannen, den Umgang mit dem betroffenen Angehörigen erleichtern:

  • Depression als eine behandelbare Krankheit akzeptieren
  • einfühlsam auf die Erkrankung reagieren
  • offenes Gespräch über Ängste, Zweifel, Schuldgefühle suchen
  • Informationen über Krankheitsbild, Verlaufs- und möglicher Therapieformen einholen
  • den betroffenen Angehörigen zum Besuch des Hausarztes ermuntern
  • ärztliche Behandlung und Einhaltung der Medikation begleiten
  • den Betroffenen in seinen Bemühungen unterstützen
  • an den krankheitsbedingten Schwierigkeiten Anteil nehmen
  • Grenzen der eigenen Belastbarkeit erkennen
  • eigene Interessen wahrnehmen, sich selber Gutes tun
  • Hilfsnetzwerk von Familienangehörigen, Freunden, Bekannten und Fachleuten aufbauen

Die von einer Depression betroffenen Menschen stossen in unserer Gesellschaft immer noch auf Unverständnis und Vorurteile, erfahren täglich Diskriminierung und Stigmatisierung (PDF, 492 KB). Psychisch kranke Menschen werden als unberechenbar, gefährlich und gewalttätig eingestuft und, als Folge davon, deren Lebensziele eingeschränkt. Je ausgeprägter die gesellschaftlichen Vorurteile gegenüber den Betroffenen ausfallen, und je stärker sie dazu im Alltag Ablehnung erfahren, desto eher entwickelt sich das Stigma zu einer zusätzlichen Belastung für Betroffene und Angehörige.

Weiterführende Informationen

Angehörigenberatung Universitäre Psychiatrische Dienste (UPD)
Murtenstrasse 46, 3010 Bern, 031 632 4706, Mo bis Fr 9.00 bis 12.00 Uhr und 14.00 bis 17.00 Uhr
Psychiatrischer Notfall ausserhalb Telefonzeiten, 031 632 8811
www.upd.gef.be.ch

Beratungsstelle für Angehörige Psychiatriezentrum Münsingen
Hunzingenallee 1, 3110 Münsingen
www.pzm.gef.be.chDiese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!">

Angehörigenberatung Psychiatrischer Dienst Regionalspital Emmental AG
Oberburgstrasse 54, 3400 Burgdorf, 034 421 2700
www.rs-e.ch

Angehörigenberatung Psychiatrische Dienste am fmi-Spital Interlaken
Spitalweg 3, 3800 Unterseen
www.spitalfmi.ch

Angehörigenorganisationen

VASK Bern - Vereinigung von Angehörigen von Schizophreniekranken
Marktgasse 36, 3011 Bern, 031 311 6408
www.vaskbern.ch

Selbsthilfe Bern
www.selbsthilfe-be.ch

Equilibrium – Verein zur Bewältigung von Depressionen
Sekretariat 6301 Zug, 0848 143 144
www.depressionen.ch

 

+++